St. Salvator im Wildbad

Dieses im Jahre 1594 geweihte Kirchlein ließ der Innichner Stiftsdekan Hieronymus Schüssler erbauen. Zahlreichen noch erhaltenen Berichten ist zu entnehmen, dass die Wildbad-Anlage bereits damals von vielen Gästen besucht wurde. Wahrscheinlich reichen ihre Anfänge bis ins Mittelalter zurück.

In Anlehnung an den Erlöser wurde das Heiligtum Salvator-Kapelle genannt. Noch im Weihejahr schenkte Margareth Baronin von Spaur, die häufig im Wildbad zu Gast war, dem Kirchlein einen kleinen Flügelaltar und stiftete außerdem mehrere Messen, um den Gästen Gelegenheit zur Erfüllung der religiösen Pflichten zu geben. Der Flügelaltar befindet sich nun in der Stiftskirche von Innichen, an der Nordwand des Querschiffes. In der Wildbadkapelle wurde eine maßgetreue Kopie des kleinen Kunstwerks angebracht. Das Hauptbild stellt Christus zwischen den beiden Apostelfürsten Peter und Paul dar. Die Flügel zeigen an der Außenseite die hl. Mutter Anna und die Stigmatisierung des hl. Franziskus, an der Innenseite Mariä Heimsuchung, die Taufe Christi, Christi Verklärung und die Vierzehn Nothelfer. An der Predella, dem Altarsockel, sieht man in der Mitte die Grablegung Christi, rechts ein Porträt der Stifterin Margareth Baronin von Spaur und links den hl. Hieronymus in seiner Einsiedelei – eine Erinnerung daran, dass das Kirchlein bis 1786 mit einer Einsiedelei verbunden war. Lokalgeschichtlich interessant ist die im Hintergrund dieses Bildchens sichtbare Darstellung des Wildbades, wie es im späten 16. Jahrhundert bestand.
Bis zum Ersten Weltkrieg war das Wildbad ein Kurzentrum ersten Ranges; heute zeugen nur noch traurige Ruinen von seiner einstigen Pracht. Das Heilkräfte besitzende Wasser der Mineralquellen ist heute ein wichtiger Exportartikel Innichens. Unterhalb der Kapelle wurden Brunnen angelegt, denen vorübergehende Wanderer Wasser verschiedenen Mineralgehalts für Trinkkuren entnehmen können.
Die Kapelle, die seit der Auflassung des Wildbades in den Drei­ßi­ger­jah­ren keine Funktion mehr hat und im Laufe der Zeit arg verwahrloste, wurde in den letzten Jahren wieder einigermaßen instand gesetzt. Sie steht Ruhe suchenden Wanderern jederzeit offen und bietet eine willkommene Raststätte für Leib und Seele.
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