Die Häuser des Kapitels

Das Stift besaß mehrere Häuser, die Kapitelhäuser, die den Kanonikern als Wohn- und Arbeitsraum zur Verfügung gestellt wurden. Wem welches Haus wann zur Verfügung gestellt wurde, notierte der Kapitelamtmann im Fabricatur Puech. Das älteste erhaltene Fabricatur Puech stammt aus dem Jahre 1593. Darin waren anfangs 9 Häuser und 3 Pfarrhäuser (Silian, Toblach, Niederdorf) aufgelistet. Später kamen 3 weitere Häuser dazu. Das spätere Fabricatur Puech stammt aus ca. 1640. Hier sind dieselben Häuser aufgelistet, eines mit geändertem Namen.
Propstei

Adresse: Benediktinergasse 1, heute Bäckerei Wachtler Friedl. Alte Propstei bis 1785. Erbaut um 1300, die heutige Form bekam das Gebäude nach dem Großbrand des Jahres 1554.

Dekanei
Adresse: Attostraße 5
Die Dekanei, Sitz des Dekans, heute Propsteiwidum. Im Fabrictur Puech von 1593 steht dazu: Dechentey Behausung so der zeitt Herr Petrus Ryst bewont. Varnus so darzu gehörtt. Ain schwartzer gemalter Tisch so zu Hern Antiorgen Varnüß gehörig gewesen … In der dirn Camer ain alte truhen …
Haus bei der Dekanei
Adresse: Attostraße 3
Der Name Haus bei der Dekanei lässt darauf schließen, dass es sich hierbei um das westlich an die Dekanei angebaute Haus handelt. Andere Hinweise wie unter dem Kornkasten, oder das Stiftshaus würden die Vermutung zulassen, dass das Haus bei der Dekanei dem Kornkasten entspricht und das sogenannte Stifthaus mit dem später (1609?) im Fabrikatur-Buch eingefügten Capitlhaus identisch ist. Im Fabrictur Puech von 1593 steht dazu: Das Haus bey der Dechentey (id est undter dem Kornkastn) darinnen Herr Balthasar Läner iezundt haust.
Alte Dekanei
Adresse: Chorherrenstraße 1
Im Erdgeschoss sind heute noch die ehemalige Küche mit Tonnengewölbe, im ersten Stock ein gotisches Fresko und darunter ein romanischer Lichtschlitz erhalten. Das Inventar von 1785 gibt folgende Beschreibung: ein Kanonikalhaus dermalen von den Canonico Ignatz von Lebenegg bewohnt, enthaltet zur ebenen Erde 1 kleine Küche, 1 Speisgewolb, 1 Keller samt einem Kornbehältnus, in welchem 5 Kornverschlag sich befinden; und sodann über einer Stiege 1 größere dann 1 kleiner Stube, eine Kammer, und ein kleiner Verschlag mit einem Rindlmaurl dann über 2 Stiege unter dem Dach ein weiter Verschlag.
Kapitelhaus „Paulusturm“
Adresse: Chorherrenstraße 2/3
Der südliche Teil des Hauses ist der alte Teil, der nördliche wurde im 19. Jahrhundert angebaut. Im Fabrictur Puech von 1593 steht dazu: S. Paulus Thurn darinnen derzeit Herr Niclas haust gelegenhait des Hauses und varnuß In der Stuben und Cammer die fenster alle gantz. Ain schreib stübele. Aussen sall das fenster gantz … Im Baden bei der Kuchel ain neus glaßfenster so herr Niclaß machen lassen … Das Futterhauß zeimlich paufellig. Das Dach guett.
Haus in der Schulergasse
Adresse: Herzog-Tassilo-Straße 12
Über den Namen Peter Gostner lässt sich nachweisen, dass das Senioren-Haus später zum Haus in der Schulergasse wird. Im Fabrictur Puech von 1593 steht dazu: In des Herren Senioris Hauß … anno 1631 ist Herr Peter Gostner in diese Behausung einzogen. Im neuen Fabrikatur-Buch 1640 geht es weiter: … das Haus in der Schuellergassen darinnen Herr Peter Gosstner haust, darzue gehöre henachvolgende Varnuss.
Haus in der Tranergasse
Adresse: P.-P.-Rainer-Straße 7
Das Haus wurde komplett erneuert. Das Inventar von 1785 gibt folgende Beschreibung: eine Behausung welche Herr Canonicus Phillipp Jakob Peintner benutzet, haltet zur ebenen Erde 1 kleines Kellerle, 1 Küche, 1 Speisgewölb, und 2 Kammer, in deren eine 3 Korn­behältnußen stehen, dann im 1sten Stock 2 Stuben und ebensoviele Kammer, samt Stadl und Stallung.
Platzoller
Adresse: Sextnerstraße 9
Das Haus wurde ebenfalls komplett erneuert. 1803 wurde es von Maria Kopsguterin ersteigert. Im Inventar von 1785 steht: das Kanonikalhaus insgemein Platzzollerhaus genannt, von den Cano. Von Wenzl dermalen bewohnt, enthaltet zur ebenen Erde 1 Keller, 1 Küche, 1 Speis- und ein Korngewölb, worinnen 4 Kornschranken sich befinden, dann im 1sten Stock 2 Stuben und 2 Kammer.
Weidachhaus
Adresse: Färberstraße 3
Das Weidachhaus war wegen seiner großen Entfernung zur Stiftskirche wenig beliebt, entsprechend schlecht wurde es instand gehalten. 1735 wollte das Kapitel das Haus erneuern, brachte aber die erforderlichen 750 Gulden erst 1784 auf. Im Fabrictur Puech von 1593 steht dazu: Das Haus im Weydach das ist auch in zimblicher abschlaiffung und paufelligkaitt befunden worden Herr Balthasar Läner alß vor der Zeit Inhaber soll von wegen der Paufelligkeit der gläser Herrn Raphaeln zu hilff geben.
Kapitelhaus Kornkasten
Adresse: Attostraße 2
Die Bezeichnung Kapitelhaus findet sich nur in den Fabrikatur-Büchern, die Notiz darunter die Kornkästen verweist auf die spätere Bezeichnung Kornkasten. Leonhard Wiedemayr vermutet im östlichen Teil des Hauses den Kern aus dem 8. Jahrhundert. Der westliche Teil wurde 1384 hinzugebaut. Das Inventar von 1785 beschreibt: Ein Kornkasten woselbst samentliche Getreider Gattungen pro capitulo reponiert werden dann 2 besondere Abtheilung eine für einen jedweiligen Probsten die andere für einen Dechant; über das befindet sich in dem nämlichen Gebäude, 1 kleine Küche, 1 Stube, und 2 Kamerlen.
Schulhaus, Organistenhaus
Adresse: Pflegplatz 1
1605 als Schulhaus eingetragen, später Organistenhaus genannt, vermutlich nachdem in Innichen die allgemeine Trivialschule eingeführt wurde und die Tätigkeit der Stiftsschule zurückging.Im Fabrictur Puech von 1593 steht dazu: Das Schuelhaus gehört auch mit umbliegend gelegenhait zum Stifft sonderlich den ställen sambt der Tylen darauff so man aus der Fabrica dem Jörgen Häzzerer gewesten Schuelmaister bezalt das Schuelhaus ist man schuldig aus der Fabrica in pau zum verhalten.
Mesnerhaus
Adresse: Herzog-Tassilo-Straße 7
1609 eingetragen, da erst damals als Pfisterhaus (Bäckerei) in der Schulergasse erworben. Es wurde Wohnhaus für den Mesner (Kustos), den Schulmeister und den Junkmeister. 1770 abgebrochen und etwas kleiner neu aufgebaut. Am südseitigen Giebel ein Marienrelief in bewegtem Stuckrahmen. Das Inventar von 1785 gibt folgende Beschreibung: Eine Behausung Custorai genannt, in welcher sich befindet 1 Keller 1 Küche, 1 Speisgewölb, dann eine Stube zu ebenererde, und über eine Stiegen eine Stuben samt 2 Kammern dann ein sehr kleiner Stadl und Stall.